Neu beim Ernährungsrat: Judith stellt sich vor

Seit Anfang Oktober hat Judith Rüschhoff über einen Bundesfreiwilligendienst ihren Weg zum Ernährungsrat gefunden. Sie hat zuvor schon zu nachhaltiger, regionaler Landwirtschaft geforscht und freut sich, beim Ernährungsrat Leipzig weiter diesen Weg zu gehen. Um sie ein bisschen kennenzulernen, hat sie für uns drei Fragen beantwortet.

Wie hast Du Deinen Weg zum Ernährungsrat Leipzig gefunden?

Judith: Ich habe Biologie und Geoökologie in Tübingen studiert. Die Studiengänge und ein richtig tolles interfakultäres Programm („Studium Ökologicum“) haben mein Interesse an Naturschutz,  nachhaltigem Systemwandel und Aktivismus geweckt. So bin ich dann 2019 auf dem Klimacamp in Pödelwitz gelandet und habe dort den Ernährungsrat auch schon kennengelernt. Meine Masterarbeit zum Thema „Regionales Selbstversorgungspotential in der Region Leipzig“, die das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) zusammen mit dem Ernährungsrat ausgeschrieben hatte, hat mich dann endgültig nach Leipzig gelockt. Die Ergebnisse durften wir auch in einer Veranstaltung des Ernährungsrates vorstellen. Momentan arbeite ich weiter in der Forschung zum Thema „Solidarische Landwirtschaften und Ernte-Nachverwertungspfade und -mengen“ mit. Das ist richtig spannend, da ich auch immer wieder bei der Ernte der Solawis mit auf dem Feld bin. Der BFD beim Ernährungsrat ist für mich nun eine tolle Möglichkeit, viele Fähigkeiten zu lernen, die ich durch mein naturwissenschaftliches Studium noch nicht habe. Und es ist sehr schön, mich hier für etwas einsetzen zu können, was ich wahnsinnig sinnvoll finde.

Welche Themen rund um Ernährung und Landwirtschaft liegen Dir besonders am Herzen?

Judith: Mir persönlich liegt eine nachhaltige, ethische und gesunde Ernährung sehr am Herzen.  Für mich persönlich ist das eine tendenziell vegane Ernährung und gerade in Leipzig sehe ich so viele tolle Möglichkeiten, dass es hier absolut keinen Verzicht bedeutet. Ich frage mich auch: Kann eine Landwirtschaft ohne oder mit sehr viel weniger Tierhaltung funktionieren? Wie würden dann funktionierende Kreisläufe aussehen? Mich hat die Beschäftigung mit Ernährung auch dahin geführt, die Nährstoffe, Qualität und Herkunft viel stärker zu beachten. Und seitdem ich mit meiner eigenen Solawi auf dem Feld stehe, ist nochmal ein ganz anderer Bezug hinzugekommen. Ich hab noch eine richtige „Erntefaszination“, die die gelernten Gärtner:innen manchmal etwas erheitert. Nächstes Jahr möchte ich auch zum ersten Mal selbst Gemüse anbauen und hier Fähigkeiten lernen und Selbstwirksamkeit spüren.

Ich glaube das ist etwas ganz Wichtiges, wieder den Wert und die Bedeutung unserer Nahrungsmittel zu erkennen und nachhaltige Strukturen zu schaffen, um sie zu produzieren.

Gibt es Schwerpunkte, die du in deiner Arbeit beim Ernährungsrat setzen möchtest?

Judith: Das finde ich noch schwer zu sagen. Ich finde die inhaltliche Arbeit und auch die Umsetzung von Veranstaltungen sehr spannend, aber gleichzeitig finde ich es auch super sinnvoll zu lernen, wie z.B. Anträge für Fördermittel gestellt werden oder wie man am besten Menschen erreicht. Ich glaube die Frage kann ich nach dem Jahr leichter beantworten! 

Portrait © Miguel Löhmann