Rezeptekalender im März: Bärlauch-Picknick-Brot

Jetzt im Frühling kommt endlich wieder frisches Grün aus (eigener) Ernte auf den Tisch. Doch nicht nur auf dem Feld, im Garten oder auf der Fensterbank sprießt es jetzt. Auch im Wald findest Du eine leckere und noch dazu gesunde Zutat für Dein nächstes Picknick in der Frühlingssonne: den Bärlauch. Seit Jahrhunderten gilt er als Gewürz- und Heilpflanze. Eingesetzt wird er mit seiner antibakteriellen Wirkung und den ätherischen Ölen bei Verdauungsbeschwerden oder Atemwegserkrankungen, zur Senkung von Cholesterinspiegel und Bluthochdruck. Außerdem regt Bärlauch den Stoffwechsel an. Super also, wenn Dich gerade die Frühjahrsmüdigkeit gepackt hat.

Der Bärlauch ist ein Verwandter von Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Und das riecht man auch. Im Leipziger Auewald wirst Du ihn bald wieder an seinem betörenden Geruch erkennen, denn im April ist Bärlauch-Zeit. Passend dazu verrät Dir das Märzblatt in unserem Rezeptekalender schon einmal, was Du für ein leckeres Bärlauchbrot benötigst. Das sind unter anderem etwa 20 frische Bärlauchblätter, ein hübscher kleiner Handstrauß. Mehr zu pflücken ist für Privatpersonen pro Tag auch gar nicht erlaubt. Ausgraben erst recht nicht. So steht es im sächsischen Waldgesetz. Fragen musst Du für eine solche Menge niemanden. Allerdings solltest Du gut darauf achten, wo Du Deinen Bärlauch „erntest“. Im Leipziger Auewald sind vier Zonen als Naturschutzgebiet besonders geschützt: im Nordwesten von Leipzig sind es die Burgaue und die Luppeaue, im südlichen Leipzig der Elster-Pleiße-Auewald und die Lehmlache Lauer. Schau Dir am besten die Karte der Stadt Leipzig mit den eingezeichneten Naturschutzgebieten an. Alles in dunkelgrün und pink ist tabu! Sonst drohen Dir bis zu 2.500 Euro Strafe.

Du hast Dich informiert, wo Du den Bärlauch pflücken darfst? Dann ab in den Wald und auf die Suche. Doch Vorsicht! Dort wachsen zu dieser Jahreszeit auch noch andere, giftige Pflanzen, die dem Bärlauch sehr ähnlich sehen: Herbstzeitlose und Maiglöckchen. Woran erkennst Du nun also den Bärlauch? Wie schon gesagt auf jeden Fall am Geruch. Zerreibe dafür ein Blatt zwischen den Fingern. Riecht es leicht nach Knoblauch, ist alles klar. Die Blätter des Bärlauchs sind weich und empfindlich. Sie laufen nach unten hin spitz zu und münden in einen helleren, deutlich erkennbaren Blattstiel. Auf der Oberseite glänzen sie, die Unterseite aber ist matt. Glänzen beide Seiten, ist es kein Bärlauch. Auch an seinen Blütenknospen erkennst Du ihn. Sie sind länglich und kommen einzeln vor. Bei Maiglöckchen sind sie kugelig und in Trauben angeordnet. Herbstzeitlose haben zu dieser Jahreszeit gar keine Blüten, die kommen erst im Herbst. Sobald der Bärlauch zu blühen beginnt, solltest Du ihn aber auch nicht mehr ernten, da die Blätter dann faserig werden und nicht mehr gut schmecken.

Nun aber genug der Warnungen und zurück zum kulinarischen Genuss. Frisch gepflückt schmeckt Bärlauch natürlich am besten. Solltest Du nach Deinem ausgiebigen Spaziergang aber gerade keine Zeit für die Zubereitung haben, halten sich die Bärlauchblätter auch etwa zwei bis vier Tage im Gemüsefach Deines Kühlschrankes. Zuerst solltest Du sie waschen. Dann kommen sie in eine Plastetüte, am besten eine mit Verschluss. Aufpusten und schnell verschließen. Alternativ kannst Du  die gewaschenen Bärlauchblätter auch kleinhacken und in Öl einlegen. Dafür müssen die Blätter komplett mit Öl bedeckt sein. Oder Du frierst sie portionsweise ein. Dazu eignen sich Eiswürfelformen besonders gut. Füll sie mit den Blattstückchen und gib etwas Wasser, Öl oder geschmolzene Butter dazu. Schon kannst Du auch ein einigen Monaten noch von Deiner Ernte zehren.

Du hast nun Appetit auf das angekündigte Bärlauchbrot bekommen, aber noch keinen Rezeptekalender? Ein paar Exemplare haben wir noch übrig! Bei Interesse schicke eine Mail an info@ernaehrungsrat-leipzig.org.

Text & Foto: Daniela Zweynert